Schwarze Löcher
Phänomene
Jeder Haushalt hat ein schwarzes Loch. In das verschwindet alles, was man sich denken kann: Schlüssel, Geld, natürlich Socken und wichtige Zettel, die man "doch gerade noch dahin gelegt" hat. Kein Haushaltsmitglied weiß, wo das schwarze Loch sich befindet. Bekommt man Kinder, wächst es auf unbestimmte Größe an. Jetzt geht der Ärger erst richtig los, denn nun fehlen wichtige Lieblingsspielsachen, Schnuller und ganz viel Zeit. Hat man Glück, erbarmt sich das schwarze Loch von Zeit zu Zeit und spuckt eine der verschollenen Sachen wieder aus. Dann sieht man das Fundstück und weiß genau: "Da habe ich das doch niemals hingelegt"! Einige Sachen aber behält es ganz für sich. Da hilft nur umziehen, denn im Umzugstrubel vergisst das schwarze Loch manchmal, die Sachen fest an sich zu reißen. Nur dann hat man eine Chance.
Der schöne Schlüssel des alten Schranks, der im strategchenWohnzimmer steht, fehlt schon lange. Ziemlich genau, seit der Sohnemann krabbeln kann. Alle versuche, das schwarze Loch zu finden und ihm den Schlüssel zu entlocken - zum Scheitern verurteilt. Meine letzte Hoffnung ist daher die CSI-Methode. Dazu muss ich den Raum, besser noch die Wohnung, komplett abdunkeln. Der größte Feind der CSI beim Finden von Beweisstücken ist nämlich Licht, ganz offensichtlich. Dann brauche ich eine Taschenlampe. Die muss nicht besonders hell sein, aber aussehen wie ein Schlagstock. Dann bekommt das Gesuchte Angst und zeigt sich lieber gleich selber. Oder ich schalte mal Schwarzlicht an. Ich vermute fast, eine Sabberspur würde mich direkt zum schwarzen Loch führen. Ich bin dann mal weg. Ermitteln.


