Lange Pause
kurzer Sinn.
Okay, unumwunden gebe ich zu: Um Weihnachtsgrüße, Jahresrückblicke und die Auflistung guter Vorsätze habe ich mich großzügig gedrückt. Ich hoffe, allesamt hatten ein wunderbares Weihnachtsfest und sind ohne kleine Katerchen oder größere dicke Katzen ins neue Jahr gekommen. Warum kein Rückblick? Dieses Jahr könnte ich es ja einfach mal auf Stilldemenz schieben und behaupten, dass ich mir grundsätzlich und überhaupt prinzipiell alles supertoll merken kann. Die pure Wahrheit (und dies ist tatsächlich auch etwas wie ein Vorsatz fürs neue Jahr, immer schön gerade raus die Wahrheit sagen und exakt das, was ich wirklich denke) aber ist: Mein Gedächtnis hat dieses Sieb eingebaut, von dem sprichwörtlich immer die Rede ist. Aus diesem Grund habe ich den Allerbesten geheiratet, der mir präzise bis auf die Uhrzeit sagen kann, was am 12. April vor 5 Jahren war. Ohne ihn bin ich eben nur die Hälfte. Wie also könnte ich einen Rückblick verfassen, wenn ich schon nicht mehr weiß, wann genau ich die Salatgurke im Kühlschrank den nun gekauft habe (war es Montag? Oder doch als ich 2 Wochen vorher bei Aldi war? Der Gammelgrad hilft bei solchen Sachen manchmal weiter...). Warum keine Auflistung guter und schnittig formulierter Vorsätze? Brauch ich sowas nicht? Bin ich etwa PERFKT? Auch hier sei euch die Wahrheit kundgetan. Ich bin kein Stück perfekt. Würde ich auflisten wollen, was ich mir alles vornehmen will - es gäbe vielleicht gar kein Ende. Zu mentalen Krisenzeiten frage ich mich warum um alles in der Welt alle um mich herum alles besser können müssen. Besser malen (ich male gerne, aber eben nicht perfekt!), besser nähen (...und wieso kann ich mir keine neue tolle Maschine leisten?), besser kochen (...wieso sieht das immer so gut aus bei den anderen?) und wie man in der Blogwelt immer feststellen kann: Besser Schreiben (Warum hab ich noch mal Germanistik studiert?). Überragend bin ich vielleicht nirgends. Aber das muss ich nicht sein. Mein guter Vorsatz ist also nur ein einziger: Ich will mich mögen, wie ich bin. Unperfekt. Aber einzigartig. Ein bisschen hoffe ich, dass andere das auch tun. Das mich mögen wie ich bin, meine ich. Und sich selbst. Und überhaupt. Was für ein herrlich unperfektes Blogpostende.
Wohlan, strategchen


